India - Diary

Mein Online-Tagebuch zu meinem Fachhochschul-Praxissemester in Indien bei der Firma "DaimlerChrysler Research and Technology India Private Ltd."

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Waschtag

alex | 09 August, 2005 20:00

Heute war Waschtag. Zusammen mit Chris hab ich Wäsche gewaschen. Sofern man das nicht "outsourced" kann man das auch hier im Appartment machen. Was mir doch um einiges lieber ist. Denn die Inder waschen anders als wir. Die Wäschereien hier in der näheren Umgebung haben vielleicht eine Art Waschmaschine, aber keinen richtigen Wäschetrockner oder Wäscheschleuder. Die noch Nasse Wäsche wird zum trocknen solange gegen einen Stein geschlagen bis sie annähernd trocken ist. Probleme machen hier jedoch die Knöpfe von Hemden und Hosen. Hiesige Hemden scheinen das recht gut zu überleben. Erzählungen zufolge überleben es die deutschen Knöpfe eher nicht. Wie die Klamotten dort dann auch noch gebügelt werden hab ich nicht in Erfahrung gebracht. Aber ich glaube ich wills auch gar nicht wissen.

Jedenfalls haben wir heute selbst gewaschen. Die Waschmaschine (Foto) ist "etwas" älter und hat eine Waschtrommel die von oben befüllt werden muss. Eine Heizung hat sie nicht. Man kann nur kaltes Wasser einlassen. Chris hat mich in die vorgehensweise eingeweiht:

Man nehme 2 Töpfe (wohl bemerkt die einzigen 2) Mein erster Waschtag und fülle den kleineren von beiden mit Wasser. Diesen kalten, vollen Topf stellt man dann auf die linke Gasherd-"Plattengedöns"-Stelle und dreht die Flamme auf volle pulle. Sobald das Wasser kocht kommt es in den zweiten, etwa doppelt so großen Topf der auf der rechten Gasherd-"Plattengedöns"-Stelle steht. Grund: Hier kann die Flamme nicht so stark eingestellt werden. Hier wird nur das Wasser "heiss" gehalten. Den ersten Topf füllt man wieder mit Wasser und kocht es wieder. Dies kommt dann auch in den zweiten Topf auf der rechten Stelle. Den ersten Topf befüllt man dann zum dritten mal mit Wasser und kocht es.
Ist man soweit kippt man beide Töpfe in Wäschetrommel Mein erster Waschtag und fügt noch zwei Ladungen kaltes Wasser - abgefüllt mit dem ersten Topf - hinzu. Dann noch Waschmittel und die Wäsche und schon kann's losgehen. Das ganze muss dann etwa 20min gut "durchgerührt" werden damit alles prima sauber wird.
Sind die 20min um wird das Wassr abgelassen (das dann auf dem Balkon rumfließt, irgendwann in den Abfluss fließt der dann irgendwo draußen endet. Die Inder haben ja keine Kanalisation. Frei nach dem Motto: Aus den Augen - Aus dem Sinn) und frisches, kaltes Wasser nachgefüllt. Das lässt man dann wieder einige Minuten rühren und wechselt wieder das Wasser. Eben solange bis der Schaum weg ist.

Dann kommt die gigantomanische Wäscheschleuder (der rechte Teil der Waschmaschine) Mein erster Waschtag zum Einsatz. Hier schleudert man am besten jedes größere Kleidungsstück (alles was größer ist wie ein Socken) einzeln, da die Maschine sonst nicht rund läuft und das ganze anfängt "rumzuhopsen".

Hat man alle Teile erfolgreich geschleudert gehts zum aufhängen. Hemden und Hosen am besten auf einem Kleiderbügel. Da ich nur einen Bügel für Hemden und Jacket habe und den auch noch "vernichtet" habe musste ich mir zwei von Chris leihen.
Hemden aufgehängt, mehrfach mit der flachen Hand glatt gestrichen und ab damit in den weit geöffneten Schrank. Gleiches mit den Hosen. Anderswo lässt sich das nicht aufhängen. Das ganze hat auch noch den positiven Nebeneffekt dass es im Zimmer wieder besser riecht. Der Schrank und das Möbel haben einen seltsamen Eigengeruch.

Socken, T-shirts, Unterwäsche etc. hängt man dann auf den Wäscheständer Mein erster Waschtag auf dem Balkon. Da hier die Luftfeuchte recht hoch ist muss man das schon ne ganze Weile hängen lassen bis das Zeugs trocken ist.

Für 3 Hemden, 3 T-Shirts, eine Hose, eine Kurze Hose und 5 garnituren Unterwäsche+Socken hab ich etwa über 1 Stunde gebraucht.

Es geht doch nichts über europäische Waschmaschinen und Wäschetrockener + Bügeleisen...

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